Uli Weyrich und Rafie Habibzadh Schiris des Jahres im Süden des KFV

Holger Becker (l.) und Oliver Günther (r.) mit Rafie Habibzadh (2.v.l.) und Uli Weyrich
Holger Becker (l.) und Oliver Günther (r.) mit Rafie Habibzadh (2.v.l.) und Uli Weyrich

Am letzten Schiri-Lehrabend vor Weihnachten wird traditionell der Schiedsrichter des Jahres geehrt. Zunächst war der Süden des KFV Westküste dran. Ausgezeichnet wurden Ulrich Weyrich als Schiedsrichter des Jahres und Rafie Habibzadh als Jung-Schiedsrichter des Jahres.

In Zeiten des Videobeweises haben es die Schiedsrichter in der höchsten deutschen Spielklasse gerade nicht leicht und dennoch bringen sie Woche für Woche gute Leistungen. Dr. Felix Brych ist gar auf der Liste der Schiedsrichter für die Fußballweltmeisterschaft in Russland. Ganz so hoch hinaus sind die Schiedsrichter im Kreisfußballverband Westküste (noch) nicht gekommen.

 

Am vergangenen Freitag wurden im südlichen Teil des Kreisfußballverbandes Westküste die Schiedsrichter des Jahres gekürt. Oliver Günther, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-ausschusses, leitete mit den Worten ein: „Jungschiedsrichter des Jahres kann werden, wer oft mit dem Fahrrad zum Spiel fährt“. Da schieden bereits einige Kandidaten aus. In Rafie Habibzadh vom TSV Heiligenstedten wurde ein junger Mann Jungschiedsrichter des Jahres, der seine Wurzeln in Afghanistan hat. Er zeigt ein sehr gutes Beispiel von funktionierender Integration. Als Jürgen Kuhr, der Sponsor der Trophäen, den Preis übergab hob er genau dieses hervor. „Du bekommst extra eine runde Trophäe, die dich neben dem Fußball an die Erde erinnern soll – auf der Kugel kannst du dein altes und neues Zuhause finden und alle, egal wo, werden stolz auf dich sein.“ Das traf genau den Kern und der junge Schiedsrichter war sehr stolz und bedankte sich bei allen für die Hilfe. Darüber hinaus qualifizierte sich Habibzadh mit 89 Spielleitungen in seinem ersten Jahr als Schiedsrichter – eine einzigartige Zahl bei den jungen Schiedsrichtern im ehemaligen Kreis Steinburg. Nur ein Spiel musste er zurückgeben, zu dem er schmunzelnd erklärte, dass er es nicht leiten durfte, weil er als Spieler am Wochenende zuvor wegen eines Handspiels des Feldes verwiesen worden war.

 

Im Seniorenbereich fiel die Wahl zum Schiedsrichter des Jahres auf Ulrich Weyrich. Weyrich, vom VfL Kellinghusen ist seit vielen Jahren vielseitig einsetzbar. Dabei agiert er selbst als Schiedsrichter, Schiedsrichterassistent und betreut junge Schiedsrichter bei ihren Spielleitungen. So passen die beiden Prämierten sehr gut zusammen, denn Weyrich war es, der den Jungschiedsrichter bei zahlreichen Spielen begleitete und ihm hilfreiche Tipps gab. Nebenher agiert Weyrich seit der Fusion als Schiedsrichteransetzer Senioren im südlichen Teil des KFV Westküste. Weyrich selbst hatte vor Stolz Tränen in den Augen und widmete den Titel seiner verstorbenen Frau. Diese Auszeichnung bedeute ihm sehr viel und er bedankte sich bei allen Schiedsrichtern für die gute Zusammenarbeit und dafür, dass er im Schiedsrichterwesen so viele Freunde gefunden hat.

 

Neben den Ehrungen zum Schiedsrichter des Jahres wurden drei Schiedsrichter für ihren langjährigen Einsatz an der Pfeife geehrt. Mirko Kurras vom TSV Reher, erhielt die bronzene Ehrennadel vom SHFV für 10 Jahre. Hildegard Sauthof, vom SV Wellenkamp Itzehoe ist 15 Jahre dabei und wurde mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Für seine 20-jährige Tätigkeit als Schiedsrichter erhielt Dieter Hauschild von RW Kiebitzreihe die goldene Ehrennadel des Verbandes.

 

Zuletzt folgte eine weitere Ehrung im Rahmen der DFB-Aktion „DANKE Schiri“. Hier ehrte Siegfried Scheler, stellv. Vorsitzender des SHFV-Schiedsrichterausschusses, in der Kategorie Ü-50 Hans-Peter Hoeft vom Itzehoer SV. Hoeft blickt dabei auf eine 50-jährige Tätigkeit als Schiedsrichter zurück. 1966 absolvierte er seine Ausbildung zum Schiedsrichter und war bis 2010 aktiv. Seither agiert er als Beobachter.

 

Nach einem gelungenen Abend und vielen freudigen Gesichtern endete das Fußballjahr für die Schiedsrichter, auch wenn noch bis Anfang Dezember Spiele zu leiten sind. Und wer weiß, ob nicht einer der jungen Schiedsrichter aus dem Kreis noch in die Fußstapfen von Brych und Co. treten kann.

 

Text und Fotos: Kathrin Knudsen